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  • Quartiersflyer Mai 2019

    Ende Mai wird der Quartiersrat für unsere Siedlung neu gewählt. Der Quartiersrat vertritt die Interessen der Bevölkerung der Weißen Siedlung und bestimmt bei der Gestaltung des Quartiers mit. Er tagt ca. alle zwei Monate und diskutiert und entscheidet über Ideen, Perspektiven und konkrete Vorhaben für das Quartier. Alle Einwohnerinnen und Einwohner der Weißen Siedlung, die mindestens 16 Jahre alt sind, können kandieren. Mehr hierzu und viele weitere Tipps, Treffs und Termine finden Sie im aktuellen Quartiersflyer für den Mai, den Sie hier herunterladen können. [mehr]

Austausch schafft Verständnis – Besuch von Französischen Jugendlichen

Impressionen der Begegnung

Nicht nur in Berlin, auch in Paris sind die Fragen des Zusammenlebens und der Integration noch nicht befriedigend beantwortet. Welchen Beitrag Jugendliche zur Verbesserung leisten können, zeigt ein deutsch-französischer Jugendaustausch, dessen erster Teil in den in den Osterferien stattfand. Er steht unter dem Motto "Aktiv für den Kiez" und ist ein Projekt aus dem Netzwerk "Diversität & Partizipation", finanziert vom Deutsch-Französischen-Jugendwerk. 16 Jugendliche trafen sich in Berlin, darunter acht Mitglieder des Jugendbeirats der Weißen Siedlung in Berlin-Neukölln und acht Jugendliche aus Paris-Aubervilliers vom "conseil local des jeunes"- dies sind ebenfalls gewählte Jugendvertreter. Fast alle haben einen Migrationshintergrund und sind im Alter von 16 bis 24 Jahren. Ein weiteres gemeinsames Merkmal ist, dass sie alle aus sozial benachteiligten Quartieren stammen.

Für die Berliner Seite organisierten die Träger Zeitpfeil e.V. und Babop e.V. zusammen mit den Jugendlichen das Programm. Der Jugendtreff Sunshine Inn stellte seine Räume zur Verfügung. Sprachspiele halfen, um den Teilnehmern einige Basiskenntnisse über das jeweilige Nachbarland und die dortige Sprache näher zu bringen. Wie ausgeprägt die Vielfalt ist, zeigte sich im tatsächlichen Sprachgebrauch. Während der Begegnung wurde ein Mix aus Deutsch, Französisch, aber auch Englisch und Arabisch gesprochen. Für die deutschen und französischen Jugendlichen war das die Basis, um sich als eine gemeinsame Gruppe zu fühlen. Außerdem wurde den Berliner Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, ihren neuen französischen Freunden Berlin, ihren Kiez und ihre Lieblingsorte zu zeigen. Das Ganze wurde auch auf Videos mit dem Titel „Ein anderer Blick auf den Kiez“ festgehalten.

In den Diskussionen ging es um die Alltagsprobleme der Jugendlichen, um die Frage, was ein „Ghetto“ ist und ob der Vergleich mit dem anderen Quartier die Sichtweise auf das eigene verändert. Die Probleme der Pariser und Berliner Jugendlichen sind ähnlich: fehlende Bildungsabschlüsse oder Berufsperspektiven, Arbeitslosigkeit und erste Erfahrungen mit Kriminalität prägen für manche den Alltag. Dennoch sind die Verhältnisse auch anders, denn die Jugendarbeitslosigkeit ist in Berlin wesentlich geringer als in Paris.

Wie genau die Situation dort ist, kann die Berliner Gruppe selbst herausfinden, fährt sie zu Beginn der Sommerferien doch für eine Woche zum Gegenbesuch in die französische Hauptstadt. Dort werden die Pariser Jugendlichen die Stadt und ihren Kiez – das multikulturelle Viertel von Aubervilliers – vorstellen. Sicherlich wird es dann auch wieder um die Einflussmöglichkeiten von jungen, aktiven Menschen gehen. Egal ob in Neukölln oder Aubervilliers, nur wer Verantwortung übernimmt, hat die Chance etwas zu verändern.

Text und Foto: Quartiersmanagement / Weeber+Partner / B. Stelzl, Webredaktion