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Der Bunker im Dornröschenschlaf
Besuchen Sie doch auch mal einen außergewöhnlichen Ort inmitten der Siedlung! Unter einem Hügel befindet sich ein ehemaliger Mutter-Kind-Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

- Vor allem für Kinder ist eine Führung durch die dunklen Gewölbe des Kellers ein spannendes Abenteuer, Foto: S. Pfau
Im Märchen überdauert Dornröschen ihren hundertjährigen Schlaf in einem Turm. In der Weißen Siedlung ist das anders – hier schläft die Prinzessin in dem nach ihr benannten Bunker. Den Bunker als solchen zu erkennen ist eigentlich nur von der nördlichen Seite möglich. Dort sind Außenwand und Eingangstür noch gut zu erkennen. Von Süden her sieht der Bunker aus wie ein Hügel, der mit Erde bedeckt im Lauf der vergangenen 30 Jahre mit Rasen, Bäumen und Büschen zugewachsen ist. Auf dem Deckel des Bunkers befindet sich eine Sitzecke, die den Bewohnern der Weißen Siedlung als Treffpunkt oder auch Veranstaltungsfläche dient.
Vor über sechzig Jahren war das Bild weniger friedlich. Im Zweiten Weltkrieg diente der Bunker den Menschen aus den umliegenden Laubenkolonien als Zuflucht vor den Bomben. Von 1942 bis 1944 wurde der Dornröschen-Bunker als so genannter Mutter-Kind-Bunker gebaut: Die Menschen konnten sich in 33 etwa drei mal vier Meter große Zellen zurückziehen. An ihren Wänden waren jeweils zwei mal drei Betten übereinander gebaut. Neben den Menschen war da für mehr als einen Koffer pro Person kaum Platz. Zwei Aufenthaltsräume waren etwas größer, hinzu kamen einige WC- und Waschräume. Seinen Namen verdankt der Bunker einem Wandbild. Die Märchendarstellungen sollten den Kindern die Angst vor dem engen, fensterlosen Raum nehmen. Das letzte Wandbild – Dornröschen – wurde allerdings in den sechziger Jahren bei Renovierungsarbeiten zerstört. Auch von der Originaleinrichtung ist nur noch wenig zu sehen. Trotzdem vermittelt ein Besuch im Bunker einen tiefen Einblick in die Kriegszeit.
Brigitte Rode, die schon seit über dreißig Jahren in der Weißen Siedlung wohnt, kennt den Bunker aus dem FF. Auf Wunsch bietet sie Führungen an. Interessenten können sich im Mietercafé anmelden, jeden Dienstag von 15 bis 19 Uhr in der Dieselstraße 13.








