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  • Quartiersflyer April 2018

    Im August 2017 ist in der Weißen Siedlung ein neues Projekt gestartet, das sich speziell an Kinder im Alter von 12-14 Jahren richtet. Maryam Lavasani von Outreach ist mit ihrem Team im Gebiet unterwegs und erkundet mit Kindern deren Freizeitwünsche. Über das und viele andere Tipps, Treffs und Termine informiert wie jeden Monat der Quartiersflyer. Sie können ihn hier herunterladen. [mehr]
Freitag, 09.03.2018

Heiße Suppe am kältesten Tag – Jugendliche helfen Obdachlosen

 

 

 

Am besten hilft man sich manchmal selbst, indem man anderen hilft. Vier Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren, die regelmäßig Angebote im Jugendtreff „Sunshine Inn“ wahrnehmen, haben sich zusammen mit der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Nihal Akinci und den beiden Streetworkern Yeliz Ilbegi und Hamza El-Khalaf eine Aktion ausgedacht, um Obdachlose in Neukölln zu unterstützen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Ausgerüstet mit zehn Litern heißer Suppe in Thermoskannen, ebenso viel Kakao, dazu Tee und prallen Einkaufstüten voller Schwarzbrot und Obst machten sie sich am Donnerstag, den 1. März – mit 14 Grad unter Null einer der kältesten Tage des Jahres – auf den Weg. Von den Neukölln Arcaden am U-Bahnhof Neukölln führte sie ihr Weg über die Karl-Marx-Straße bis zum Hermannplatz  und von dort durch die Hermann- bis zur Leinestraße. Unterwegs trafen sie trotz der schneidenden Kälte auf 15 bis 20 Obdachlose, denen sie Suppe, warme Getränke, Obst und Brot anboten – und mit denen sie ins Gespräch kamen.

Denn neben der Geste des Helfens in der Not ging es auch darum, den Obdachlosen zuzuhören und ihre Geschichten zu verstehen. Erkenntnis: Die Gefahr, durchs soziale Netz zu fallen und auf der Straße zu landen, ist auch in unserer Gesellschaft real gegeben. Was dann hilft, sind vor allem Menschen, die bereit sind zu helfen.

Nach zweieinhalb Stunden waren die Jugendlichen und ihre Begleiter schließlich froh, in die Weiße Siedlung und die Wärme des „Sunshine Inn“ zurückkehren zu können. Ein Ergebnis ihrer Aktion ist für sie die Feststellung, dass es immer Schicksale gibt, die härter sind als das eigene. Die Streetworker fassen das so zusammen: „Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu sagen, dass es immer einen Ausweg gibt. Aufgeben ist nie eine Lösung. Aktiv bleiben, sich selbst und anderen helfen aber schon.“

Für das nächste Mal hat sich die Gruppe überlegt, dass sie den Obdachlosen, die sie bei ihrem Projekt treffen, zusätzlich zu Essen, Trinken und Interesse noch Informationsmaterial mitbringen möchten. Denn gerade im Winter ist es wichtig zu wissen, wo man Plätze zum Übernachten, Essen oder einen Wärmebus finden kann.

Wir finden: eine tolle Aktion, über die wir weiter berichten werden!

Text: Holger Heiland, Bilder: Yeliz Ilbegi, Outreach gGmbH