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Ein Müllberg zum „anfassen“ – der Müll-Everest in der Weißen Siedlung

So ein kleiner Plastikschnipsel auf der Wiese fällt meistens gar nicht auf, wie aber wirkt es, wenn einmal der gesamte Müll, der im Laufe einer Woche auf den Freiflächen der Weißen Siedlung weggeworfen wird, auf einmal sichtbar wird?

Um diesen Müllberg einmal zu verdeutlichen, wurde in der Zeit vom 25. September bis zum 2. Oktober 2017 eine Aktionswoche vom Freilandlabor Britz e.V. durchgeführt.

Der in dieser einen Woche anfallende Müll wurde in Plastiksäcken gesammelt und auf dem Mehrgenerationenplatz an der Sonnenallee gestapelt.
Ein „Müllbarometer" verriet die täglich anfallende Müllmenge: Durchschnittlich waren es 10 bis 15 Säcke Müll pro Tag. Das Ergebnis nach einer Woche waren 73 Säcke á 120 Liter, insgesamt 8.760 Liter Müll! Eine beachtliche Menge, die man ungern direkt vor der Haustür wissen möchte. Außerdem klärten Infotafeln die "Zaungäste" über die Folgen dieser Verschmutzung auf: Denn Müll lockt die Ratten an, potenzielle Krankheitsüberträger.

Das Geld, welches für die Müllbeseitigung ausgegeben werden muss, könnte stattdessen auch anderweitig der Siedlung zugutekommen. Denn die Kosten, die auf ein Jahr hochgerechnet für die Reinigung der Freiflächen und die Entsorgung des Mülls anfallen, könnte z.B. neues Spielgerät im Wert von rund 40.000,-€ Euro angeschafft werden!

Flankierend zur Aktionswoche wurde am 28. September eine Putzaktion durchgeführt, an der sich viele Kinder beteiligten. Die tollen kleinen Besen wurden durch die BSR bereitgestellt. Dabei wurde auch eine Menge Sperrmüll eingesammelt. Parallel dazu beteiligten sich die Kinder vom Kinderclubhaus Dammweg im Rahmen eines kleinen Wettbewerbs mit Fotos zu ihren "Lieblings- und Schmudddelecken" in der Weiße Siedlung. 

Die Aktion war sehr eindrucksvoll, aber nun müssen Taten folgen – wie könnte man künftig der Müllproblematik zu Leibe rücken? Diese Frage war auch Bestandteil vieler nachbarschaftlicher Gespräche in der Aktionswoche und wird auch weiterhin Thema bleiben.

Die Aktion fand im Rahmen des Projektes „Natur- und Umweltschutz - eine Aufgabe für alle Generationen“ des Freilandlabors Britz e.V. statt. Die Mittel hierfür wurden aus dem Projektfonds des Programmes Soziale Stadt durch das Quartiersmanagement der Weißen Siedlung bereitgestellt.  

 

 

Text: Kerstin Heinze, Fotos: Freilandlabor Britz e.V.