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Boxen, tanzen, kreativ sein – Empowerment für Kinder
Seit März 2024 koordiniert Andrea Molina für Boxgirls e. V. die Angebote des Projekts „Ich bin wichtig!“ in der Weißen Siedlung. Die ausgebildete klinische Psychologin hat sich darauf spezialisiert, mit Hilfe von Kunst und Sport da einzugreifen, wo Kinder und Jugendliche aufgrund von rassisDschen oder geschlechtsspezifischen Vorurteilen ungleich behandelt oder diskriminiert werden. Ihr Ziel ist es, die Teilnehmenden zu empowern, das heißt, ihr Selbstvertrauen zu fördern und ihnen zu ermöglichen, eigene Fähigkeiten zu erkennen und zu entwickeln.
„Das geschieht einerseits über sportliche Aktivitäten wie Boxen, Muay Thai, Kickboxen und Selbstverteidigung. Andererseits haben wir aber auch kreative Angebote. Da geht es dann um Themen wie Respekt und Toleranz, aber auch darum, antidiskriminierendes Sprechen zu fördern“, erzählt sie.
Regelmäßige Sportkurse im Clubhaus Phase 2
Als regelmäßiges Sportangebot gibt es derzeit im Clubhaus Phase 2 immer freitags ein zweistündiges Sportprogramm – jede zweite Woche treffen sich Mädchen und Jungen zwischen acht und 13 Jahren mit Trainerin JD zum Boxen.
An den anderen Freitagen macht Trainerin Mia mit einer Jungsgruppe im selben Alter „Muay Thai für neue Männlichkeit“. Dieses Angebot steht unter der Überschrift „Stadt mit Herz“ und beschäftigt sich damit, die Emotionen von Jungs zu verstehen und für sie nutzbar zu machen.
Jeden zweiten Donnerstag gibt es nachmiaags von 15 bis 17 Uhr zudem ein Tanzangebot für Mädchen und Jungen, das die Koordinatorin selbst betreut. Hier steht der Spaß an erster Stelle. In Tänzen und Choreographien soll gelernt werden, den eigenen Körper als Ausdrucksmiael einzusetzen und so die körperliche und emotionale Entwicklung der Kinder zu fördern.
Kooperationspartner und Vernetzung
Außer mit dem Clubhaus Phase 2 arbeitet Andrea Molina mit weiteren Partnern zusammen. So hat es auch im Sunshine Inn bereits Sportangebote gegeben, außerdem einen Kreativworkshop Fotografie "Selbstporträts".
Mit dem Aqui-Theater, einem – wie es in der Selbstbeschreibung heißt – „Forschungslabor, das mit Elementen aus Tanz und Theater kreative und reflektierende Räume eröffnet“, gab es 2024 über drei Monate einen Workshop mit Mädchen zwischen acht und 14 Jahren, das im Dezember in einer Aufführung seinen Höhepunkt fand. Im Mai und Juni 2025 fand mit denselben Mädchen ein Folgeworkshop statt.
Mit dem IBA-Angebot („Ich baue auch“) gab es ein weiteres Angebot, bei dem 13 bis 15 Jungen und Mädchen partizipativ Geschichten zu Orten in der Weißen Siedlung austauschten, ihr Wohnumfeld erkundeten und eine eigene Karte der Siedlung erstellten, für die sie Straßen und Plätze umbenannten. So schufen sie Raum für ihre eigene Wahrnehmung der Umgebung und verfestigten sie. Zum Abschluss gab es eine Schatzsuche, bei der Schulmaterialien und Süßigkeiten gefunden wurden.
Mit dem IBA-Projekt hat es darüber hinaus einen weiteren Workshop gegeben, bei dem Objekte aus Pappe gebaut wurden, um die Kampagne „Vallah – unkürzbar“ zu unterstützen, die wichtig für alle ist, die im Sozialbereich arbeiten, wie Andrea Molina erklärt.
Auch mit dem Dammweg 216 und seiner Koordinatorin Kathrin Dröppelmann kooperiert sie. Zusammen mit der Trainerin JD hat es hier im Mai im Rahmen von „GemeinsamStadt“ einen Tag der Vernetzung für Fachkräfte in der Weißen Siedlung und darüber hinaus gegeben.
„Wir schauen immer, mit welchen anderen Partnern wir uns vernetzen können. Da muss man kreativ sein. Bisher hat das gut geklappt. Wir kennen viele Leute, mit denen wir etwas machen können. Wenn wir gut mit KooperaDonspartnern zusammenarbeiten, können wir unsere Budgets zusammenschmeißen, um das meiste herauszuholen. Wir haben zum Beispiel manchmal mehr Geld für Honorare, aber wenig Geld für Materialien, die wir benötigen. Dann arbeiten wir mit anderen zusammen. Zum Beispiel Tanja Molkenthin, die Leiterin des Clubhaus Phase 2, unterstützt uns in der Regel sehr gut.“
Aktuelles Projekt
Anfang November ist ein neues Angebot zusammen mit dem Clubhaus Phase 2 gestartet. Es heißt „Rhythmus, Bewegung & Freizeit“ und arbeitet mit afrobrasilianischer Musik. An vier aufeinanderfolgenden Dienstagnachmiaagen von je 15 bis 17 Uhr geht es darum, durch Rhythmen und Tanz das Körpergefühl zu verbessern und eine eigene Choreographie zu entwickeln. Am 2.12. gibt es eine Abschlussveranstaltung, bei der dann zusätzlich noch geboxt werden kann.
Das Projekt „Ich bin wichtig!“ läuft bis Ende 2026. Es wird aus dem Projektfonds des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ finanziert.







