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Mittwoch, 23.11.2022

Wie weiter mit Kita, Schule und Co.?

Rundgang und Diskussion zur zukünftigen Nutzung der Carl-Legien-Fläche

Soziale Infrastruktureinrichtungen im direkten Wohnumfeld sind eine wesentliche Voraussetzung für fußläufig erreichbare Betreuung und Bildung, für spezifische Beratung und für differenzierte Freizeitangebote. Sie sind vor allem wichtig für das nachbarschaftliche Miteinander, für Integration und Teilhabe.

Großer Bedarf an sozialen Infrastrukturangeboten

Aktuell fehlt es in der Weißen Siedlung jedoch an Kitaplätzen, an Schulplätzen, an Sportflächen und an einem verlässlichen Ort für die Nachbarschaft. Der Bedarf übersteigt die vorhandenen Kapazitäten bei Weitem und die Möglichkeiten, auf den privaten Flächen etwas zu schaffen, sind eingeschränkt.

Allein in den letzten 15 Jahren ist die Einwohnerzahl um mehr als ein Viertel gestiegen, obwohl keine neuen Wohnungen gebaut wurden. Mehr als jeder Vierte im Gebiet ist jünger als 18 Jahre, die Hälfte der Einwohnerschaft ist auf Transferleistungen angewiesen, drei Viertel haben einen Migrationshintergrund und fast drei Viertel der Kinder sind von Armut betroffen. Im Vergleich mit anderen Quartieren in Neukölln haben Kinder hier einen besonders hohen Förderbedarf aufgrund sprachlicher, gesundheitlicher oder motorischer Auffälligkeiten.

Wie und wo man neue soziale Infrastrukturen in der Weißen Siedlung schaffen könnte, darüber diskutierten am Freitag, 18.11.2022, Vertreterinnen und Vertreter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, aus dem Bezirksamt Neukölln und aus dem Quartiersmanagementgebiet gemeinsam mit der Staatssekretärin für Mieterschutz und Quartiersentwicklung Ülker Radziwill.

Ideen für die Carl-Legien-Fläche

Auf dem Gelände des ehemaligen Carl-Legien-Schulgartens am Dammweg und einer benachbarten, heute von einem Gebrauchtwagenhandel genutzten Fläche, soll langfristig der „Lebendige Campus“ entstehen. Die dringend benötigten sozialen Infrastrukturangebote könnten hier gut geschaffen werden, so das Ergebnis einer ersten Variantenuntersuchung. Dazu zählen: eine neue Kita, um das bestehende Defizit von über 300 Kitaplätzen abzumildern, Räume für Nachbarschafts-, Jugend- und (Familien-)Sozialarbeit, eine große Dreifeld-Sporthalle sowie Außensportflächen, die auch für Wettkämpfe geeignet wären. Für Volkshochschule, Weiterbildung und Kultur ist der denkmalgeschützte Taut-Pavillon vorgesehen.

Die Idee wurde 2021 mit verschiedenen Beteiligungsformaten durch Bezirksamt und Quartiersmanagement der Öffentlichkeit präsentiert und zur Diskussion gestellt. Die Ergebnisse der Beteiligung werden in die weitere Konzeption einfließen. Zunächst erfolgt jedoch 2023 eine Biotop-Kartierung, um wertvolle und schützenswerte Grünbestände bei der künftigen Flächennutzung und -bebauung berücksichtigen zu können. Danach geht es ihn die Erarbeitung einer Planung, die die unterschiedlichen Anforderungen an Städtebau, Freiraum, notwendige Nutzungen, Erschließung, Stadtklima, Natur und Umwelt in Einklang bringen soll.

Momentan sind verschiedene Träger aus dem Bereich Kultur als Zwischennutzer auf der Fläche aktiv. Unter dem Titel Nachbarschaftscampus unterbreiten sie sehr unterschiedliche Angebote für die nahe und ferne Nachbarschaft. Hier wird gegärtnert, getanzt, entwickelt und experimentiert.

Chance für die Stabilisierung der Weißen Siedlung

Das Ziel, die Weiße Siedlung zu stabilisieren, da sie von der gesamtstädtischen Entwicklung abgehängt zu werden droht, wurde von allen geteilt. Senat und Bezirk müssen hier zusammen die negativen Folgen gesellschaftlicher Benachteiligung abmildern und kompensieren. Die Idee eines „Lebendigen Campus“, der die verschiedenen Aspekte der kommunalen Regelversorgung an einem Ort bündelt, hat großes Zukunftspotenzial und bietet die Chance hier einen Campus für Natur- und Umweltbildung zu entwickeln, der auch über die Quartiersgrenze hinaus positive Ausstrahlung haben kann.

Es ist ein Mammut-Projekt, das viele Verbündete und Partner braucht, darüber waren sich am Ende alle einig. Aber auch, dass es sich lohnt, in so ein ambitioniertes Vorhaben zu investieren. Es braucht Zeit und die Mitwirkung derer, die davon künftig profitieren sollen und es bedarf einer engen Kooperation und eines guten Austausches zwischen Bezirk und Senat. So wurde der Termin von allen Beteiligten als Auftakt zu weiteren Gesprächen angesehen. Fortsetzung folgt …

Teilnehmende: Frau Radziwill (Staatssekretärin für Mieterschutz und Quartiersentwicklung), Frau Çağlar (Mitglied des Abgeordnetenhauses Berlin), Frau Korte (Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport, BA Neukölln), Herr Biedermann (Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, BA Neukölln), Frau Hilbert (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen), Frau Simon (Leiterin des Amtes für Weiterbildung und Kultur, BA Neukölln), Frau Thiemann (Leiterin der Sozialraumorientierten Planungskoordination, BA Neukölln), Frau Krüger (Leiterin Koordination Quartiersmanagement, BA Neukölln), Frau Janetzki (Gebietskoordinatorin für das QM Dammwegsiedlung, BA Neukölln) sowie Frau Marsch und Frau Bettin (QM Dammwegsiedlung/Weeber+Partner) und Frau Korner und Herr Clasbrummel von Berlin Mondiale und Partner)

 

T.: QM Dammwegsiedlung/Weiße Siedlung W+P GmbH u. H. Heiland B.: H. Heiland