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Jobmesse: Informationen aus erster Hand

„Ich komme gerade aus Peru“, beschreibt der junge Mann am Stand des Sozialpädagogischen Instituts (SPI) seinen letzten Einsatz als Erzieher. Er nutzt die Gelegenheit, um ein paar Vorurteile über den Beruf des Erziehers auszuräumen. Der Alltag von Erziehern ist nicht nur geprägt von der Arbeit mit Kindern, sondern bietet auch die Möglichkeit mit  Jugendlichen und Familien verschiedenster Herkunft zu arbeiten. Vor diesem Hintergrund sind Auslandserfahrungen und kulturelle Kompetenz immer wichtiger für die berufliche Entwicklung und Mobilität. Für ihn war das Auslandspraktikum im Rahmen der Erzieherausbildung eine große Erfahrung  und Bereicherung, die er heute an interessierte Besucher weitergibt.

Die Jobmesse „LET`S WORK“ wollte im Quartier genau das: Erfahrungen aus erster Hand an Jugendliche vermitteln. Hierzu waren am Freitag, den 12. September, mehrere Stände mit verschiedenen Berufsinformationen vor Ort. Rund um den Jugendclub „Sunshine Inn“ lud ein Markt nicht zum Kaufen, sondern zum Nachfragen ein. Etliche Schüler der Kepler-Schule nutzen dieses Angebot, indem sie in  Einzel- und Gruppengesprächen bei verschiedenen Firmen und Trägern Informationen einholten. Besonders groß war der Besucherandrang bei der Polizei. Dabei spielten die Unterschiede zwischen Schutz- und Kriminalpolizei genauso eine Rolle wie die Frage der körperlichen Eignung.

Überhaupt wurde die Frage nach den Eignungskriterien immer wieder gestellt. Häufig ist der Mittlere Schulabschluss (MSA) oder auch das Abitur nötig, aber eben nicht immer. Das Konzept von Mentor sieht zum Beispiel eine Hinführung zum Ausbildungsberuf des Gebäudereinigers vor. Auch die Qualifizierung zur Sicherheitsfachkraft ist nicht nur vom schulischen Erfolg abhängig. Mit der Einführung des Mindestlohns sind diese beiden Berufe auch eine Möglichkeit, einen Lohn zu bekommen, der unabhängig vom Jobcenter macht. Für Falko Liecke, Neuköllner Stadtrat für Jugend und Gesundheit, ist es dies eine wichtige Perspektive. „Die Jobmesse ist keine Eintagsfliege“ meinte Hamza El-Khalaf vom Veranstalter Outreach.  „Hilfe bei der beruflichen Orientierung, und falls nötig, bei der Optimierung der Bewerbungsunterlagen gibt es regelmäßig im Rahmen unseres Projektes JobShop“, erklärte er und wies auf das Beratungsangebot im Jugendclub hin. Die Jobmesse ist Bestandteil des Projekts JobShop, das in der Weißen Siedlung über das Programm „Soziale Stadt“ (Quartiersfonds 3) gefördert wird. 

Text und Foto: B.Stelzl, Webredaktion