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  • Quartiersflyer Dezember 2018

    Der Garten der Kita Debora wird neugestaltet, damit die Kinder noch mehr Spaß beim Spielen im Freien haben. Im Vorfeld gab es mehrere Beteiligungs- und Ideenrunden. Am 14.12.2018 findet der diesjährige Weihnachtsbasar auf dem Mehrgenerationenplatz statt – organisiert vom Nachbarschaftstreff Sonnenblick. Alle sind herzlich eingeladen! Das und vieles mehr im aktuellen Quartiersflyer, den Sie hier herunterladen können. [mehr]
Freitag, 30.11.2018

Quartiersrundgänge durch die Weiße Siedlung am 20. und 22. November

 

 

 

Trotz Novemberkälte hatten sich interessierte Bewohnerinnen und Bewohner eingefunden, um mit dem Quartiersmanagement-Team in einem ersten Rundgang einen Teil der Weißen Siedlung und ihrer Einrichtungen zu erkunden. Dabei sollten Ideen gesammelt werden, wie das Quartier insgesamt weiterentwickelt und das Zusammenleben verbessert werden kann. Diese Ideen sollen in das Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept (IHEK) für das Quartier einfließen. Denn nur was dort festgelegt ist, hat Chancen mit Fördermitteln der Sozialen Stadt finanziert zu werden.

Beratungsräume Outreach
In einer Erdgeschosswohnung in der Sonnenallee 279 empfing das Outreach-Team die Teilnehmenden in seinen Beratungsräumen. Bis Ende Oktober hatte Outreach auch noch den gegenüber gelegenen Jugendtreff Sunshine Inn betrieben, musste dort aber aufgrund der Kündigung der Räume ausziehen. Die Beratungsräume sind für die offenen Angebote, die es im Sunshine Inn gab, zu klein: maximal 8-10 Jugendliche können dort jeweils zusammenkommen. Jedoch haben die Jugendlichen hier weiterhin ihre Ansprechpartner, wenn sie Beratung und Unterstützung benötigen. Auch das Streetworkangebot von Outreach wird von hier aus koordiniert. Gleich nebenan befindet sich ein kleines Tonstudio. Den ehemaligen Lagerraum haben die Jugendlichen fachgerecht gedämmt, und nun stehen ihnen hier Technik und die richtige Akustik zur Verfügung, um eigene Musik aufzunehmen.

Die Rundgangsteilnehmer erfuhren auch, dass bei den Jugendlichen keine religiöse oder ethnische Gruppe die andere dominiere. Im Gegenteil sind ihnen Toleranz und Ausgleich sehr wichtig. Es gibt auch einige Ideen, wie es weitergehen könnte. Die Jugendlichen und Sozialarbeiter können sich zum Beispiel einen Bauwagen gut vorstellen, um unter anderem ein kleines Mietercafé ehrenamtlich zu betreiben. Ein Projekt, das es in ähnlicher Form in Spandau gibt und das dort in der Nachbarschaft gut angenommen wird, den Jugendlichen Spaß macht und den gegenseitigen Respekt fördert. Optimal wäre allerdings – und das wünschen sich alle – dass die Bemühungen des Bezirks um geeignete Ersatzräume erfolgreich sind, damit die bisherigen umfangreichen Angebote der offenen Jugendarbeit fortgesetzt werden können.

Sonnen-Grundschule
Nach einem Bogen vorbei am Blauen Bolzplatz, der neugestalteten „Spitze Aronsstraße“ und dem Hundeauslaufgebiet gelangte die Gruppe zur Sonnen-Grundschule. Hier wird momentan ein modularer Erweiterungsbau (MEB) erstellt. Ab dem kommenden Schuljahr soll er sechzehn neue Klassenräume beherbergen, wodurch sich immerhin die räumliche Situation für den Unterricht entspannen wird, wie Schulleiterin Karoline Pocko Moukoury erläuterte.

Derzeit drängen sich die 330 Schüler der Schule noch in zu wenigen Räumen. Was durch den MEB nicht gelöst wird, ist die Überbelegung der Turnhalle, die sich fast immer zwei Klassen teilen müssen, sowie die erhebliche Personalknappheit bei den Lehrkräften. Aber „je knapper die Ressourcen sind“, so Pocko Moukoury, „desto größer muss eben im Moment unser Engagement sein. Über viel anderes kann ich mir oft gar keine Gedanken machen.“ Immerhin wird die überraschend kurze Bauzeit der MEB als Glücksfall gesehen. Und dass sich mit einigem guten Willen dann doch einiges bewegen lässt, zeigt ein anderes Projekt in der näheren Umgebung: das Kinderclubhaus Dammweg, dessen Neubau im nächsten Mai eröffnet werden soll.

Kinderclubhaus Dammweg
Der zweite Rundgang startete vor dem derzeitigen Ausweichquartier des Kinderclubhauses in der Steinbockstraße 25. Hier wurde die Gruppe von Tanja Molkenthin in Empfang genommen. Anhand der Grundrisse stellte sie das neue Gebäude des Kinderclubhauses am Dammweg vor und zeigte Materialmuster; unter anderem verschiedene Bodenbeläge, die das Aussehen des neuen Gebäudes anschaulich machten.

Im neuen Haus gibt es mehr Platz als im alten, dazu einen großen Mehrzweckraum für Veranstaltungen, der auch getrennt von den übrigen Räumen zugänglich ist. Damit werden auch externe Nutzungen möglich. Im Obergeschoss werden eine Bibliothek und ein Atelier, ein Raum zum Toben, Büros und ein Beratungszimmer für Gespräche im kleineren Kreis ihren Platz finden. Selbstverständlich steigt die Spannung auf die neuen Räume, je näher der Umzug rückt. In jedem Fall rechnen alle Beteiligten mit großer Nachfrage und einer guten Auslastung durch viele Kinder, aber auch Eltern und andere Interessierte.

Im Anschluss an den Aufenthalt in der Steinbockstraße führte der Weg über den Dammweg, vorbei am Rohbau des neuen Kinderclubhauses, zum Vorplatz des Hochhauses Sonnenallee 281. Hier wurde über Möglichkeiten gesprochen, den Platz schöner zu gestalten, zum Beispiel durch große Blumenkästen. Anschließend besichtigte die Gruppe das nicht mehr sehr ansehnliche Gelände hinter der Kita Debora. Aktuell befindet sich hier unter anderem ein kaum noch nutzbarer Bolzplatz. Die Kita würde dieses Gelände gern übernehmen, um es nach einer Umgestaltung als Erweiterungsfläche für ihren Garten zu nutzen.

Kita/Familienzentrum Debora
In der Kita wurden die Rundgangsteilnehmer von der Leiterin Heike Kuhz empfangen und erfuhren, dass es in und um die Kita eine Menge zu tun gibt. So sollten in den unteren Räumen und überall, wo es nötig ist, die vorhandenen Schallschutzdecken erneuert beziehungsweise neue eingebaut werden. Denn durch Malerarbeiten in der Vergangenheit, sei deren Schallschutzfunktion verloren gegangen. Außerdem müssten auch die Sanitäreinrichtungen dringend grunderneuert werden. Sehr wünschenswert ist eine Vergrößerung des Familienzentrums im gleichen Gebäude. Es besteht nur aus nur einem Raum und das ist deutlich zu klein.

Auch im Garten gibt es deutlichen Verbesserungsbedarf: Es wird neuer Sand benötigt, der zum Buddeln und Spielen geeignet ist. Dringend notwendig ist weiterhin ein neuer Geräteschuppen für Dreiräder, Fahrräder und andere Außenspielgeräte, denn der vorhandene Schuppen ist marode. Der Spielbereich für die unter Dreijährigen benötigt ebenfalls eine Aufwertung. Einige dieser Maßnahmen im Außenbereich können demnächst begonnen werden, da hierfür Fördermittel zur Verfügung stehen. Sie reichen jedoch nicht aus, um alle Wünsche zu erfüllen. Einer ist zum Beispiel eine bessere Absicherung des Kitageländes an der Ecke Dammweg/ Aronsstraße durch einen höheren Zaun, der auf der Innenseite bepflanzt wird.

Neben diesen baulichen Umgestaltungswünschen und -vorschlägen kamen auch andere Ideen für die Kita und das Familienzentrum zur Sprache. So wäre es zum Beispiel gut, direkt in der Kita Sprachkurse für Mütter anzubieten, da viele von ihnen die weiter entfernt stattfindenden Kurse aus unterschiedlichen Gründen nicht wahrnehmen können.

Diese und viele andere Ideen werden nun gesammelt und fließen in das Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept (IHEK) für die Weiße Siedlung ein. Zwar kann nicht alles über das Programm Soziale Stadt gefördert werden, aber kein Vorschlag soll verloren gehen und wird bei Bedarf an andere Zuständige wie den Bezirk oder die Hausverwaltung weitergeleitet.

Text und Bilder: H. Heiland